DICHTUNG

 

Dichtung ist mein Leben, seit ich denken kann!!!!!

 

LYRIK

 

 

DER ÜBER MÄUSE SINNIERENDE WOHNUNGSKATER

 

"Maus"

hat sie gesagt. 

"Fang dir

doch eine!"

hat sie gesagt

meine über alles

geliebte Frau. 

Miau! 

 

Dabei wollt

ich doch nur

ein Stück Wurst

von ihr, 

meiner geliebten Frau. 

Miau!

 

Maus - noch nie gehört!

klingt komisch, 

klingt spannend, 

klingt wow

Miau!

 

Anstrengend ist es

nachzudenken,

das macht hungrig, 

ich will eine Wurst, 

geliebte Frau. 

Miau!

 

Doch die Küche, 

die ist zu.

"Fang dir doch

Eine Maus! "

Aber wo find ich die? 

Hängt sie von der Decke? 

Trippelt sie durchs Zimmer? 

Zwickt sie mich gleich in den Schwanz?

Au!

Miau! 

 

Heda Maus, 

wo bist du? 

Ach, was soll's,

ich will nicht mehr, 

bin müde

Vom Denken, 

bin müde

Vom Schauen. 

Ich leg mich aufs Ohr

so grau.

Miau! 

 

Und am Abend

stellt mein Futter

an den gewohnten Platz

meine geliebte Frau. 

Miau! 

 

BEZIEHUNG

 

Wenn er sich sicher fühlt,

meldet er sich seltener.

 

Wenn er sich seltener meldet,

fühlt sie sich vernachlässigt.

 

Und meldet sich daher öfter.

 

Und wenn sie sich öfter meldet,

meldet er sich noch seltener.

 

Denn er fühlt sich eingeengt.

 

Und wenn er sich noch seltener meldet,

hat sie Angst ihn zu verlieren.

  

Und sie meldet sich daher noch öfter,

 

Wodurch er sich vereinnahmt fühlt

und die Beziehung beendet.

 

dieses Gedicht findet sich  in "Beziehungsweise(n)" von Waltraud Zechmeister, siehe http://www.waltraud-zechmeister.at/publikationen/

 

ARACHNOPHOBIE

 

Dicke feiste Spinne

worauf wartest du?

 

auf eine SMS

auf einen Anruf

auf eine Mail

von ihm

 

Dicke feiste Spinne

wieso wartest du?

damit ich ihn

sicher fangen

und

umgarnen kann

wenn er

sich nahe genug

an mein Netz

heranwagt

 

Dicke feiste Spinne

wieso verlässt du nie dein Netz?

 

damit er mir

nicht

durch die Lappen

gehen kann

 

Dann warte nur weiter

du

 

dicke feiste Spinne!

 

dieses Gedicht findet sich in "Beziehungsweise(n)" von Waltraud Zechmeister unter http://www.waltraud-zechmeister.at/publikationen/

 

WAHLKABINE

 

Lautlos
furzt der Wähler
seine Meinung
auf ein
Blatt Papier

Kreuzigt
sich selbst
an der
Perspektivlosigkeit
seiner
Zukunftsangst

Und verlässt
stimmlos
die Kabine.

PROSA

 

STERNENSTAUB

 

Sie befand sich nun schon einige Zeit vor diesem Stand mit den wunderschön glänzenden Glasmurmeln in den schillerndsten Farben oder auch nur schlicht und einfach, für jeden war etwas dabei an diesem Stand der handgefertigten Glasperlenunikate, wie es dort in schwungvollen Lettern zu lesen war.

- Sie interessieren sich sehr für die Glasmurmeln?

- Ja, sie sind wunderbar, jede in ihrer Art etwas ganz Besonderes.

- Das kann ich Ihnen versichern, denn ich stelle sie alle selbst her. Es ist ein aufwändiger Prozess, in dem ich…

Die Verkäuferin erging sich in Details der Herstellung dieser glitzernden Pracht, doch sie war schon wieder versunken in den Anblick einer einzigen Murmel. Diese war – wie alle anderen an diesem Stand auch – von einer für Glasmurmeln ungewöhnlichen Größe, fast wie ein Augapfel groß. Und sie blickte sie an mir ihrer gesprenkelten blau-grünen Iris und der dunklen Pupille in der Mitte. Die Kugel sah aus, als wäre feiner Sternenstaub von der schützenden Glasschicht umgeben....

...... wenn Sie wissen wollen, wie es weitergeht, können Sie es in dem Buch "Venuskristalle" von Waltraud Zechmeister nachlesen http://www.waltraud-zechmeister.at/publikationen/

SEX ON THE BEACH

 

Sie hatte es sich auf einer des gepolsterten Bänke in der Hotellobby bequem gemacht, sie war müde von der langen und komplizierten Anreise und hätte schon gern ihr Zimmer bezogen, um sich frisch zu machen für ihren ersten Tag am Strand, wollte sie doch einen guten Eindruck hinterlassen bei all den Herren, die ihr hier begegnen würden. Sie hatte sich nämlich vorgenommen, hier das ihr durch den Tod ihres Mannes vor zwei Jahren aufgezwungene Nonnendasein zu beenden. Endlich wieder richtigen Sex zu haben und nicht nur Masturbieren vor dem Einschlafen! Wenn sei dran dachte, bekam ihr Blick etwas Gehetztes....
...... wenn Sie wissen wollen, wie es weitergeht, können Sie es in dem Buch "Venuskristalle" von Waltraud Zechmeister nachlesen http://www.waltraud-zechmeister.at/publikationen/

 

DER BEGINN EINER KÜNSTLERKARRIERE

Geschichte rückwärts

 

Trotz der Hitze schläfst du rasch ein und lässt wieder einen Tag deines Lebens hinter dir auf deinem Weg in die Ewigkeit. Nach der Nachspielzeit und der Bekanntgabe des Endergebnisses drehst du den Fernsehapparat aus, begibst dich noch zum Zähneputzen ins Bad und fällst dann müde ins Bett. Du findest das Spiel spannend und die italienisch Mannschaft bemitleidenswert. Das EM- Spiel hat schon vor einiger Zeit begonnen, es nähert sich dem Ende der ersten Halbzeit, Spanien ist in Führung, Italien kommt immer mehr ins Hintertreffen, da zwei Spieler ausgefallen sind und es keine Ersatzspieler mehr gibt. Gemütlich setzt du dich auf das Sofa und schaltest den Fernsehapparat ein. Du holst die beiden Futternäpfe, verteilst das Fressen für die Katzen darin und  stellst sie auf den angestemmten Platz im Wohnzimmer, gierig stürzen sich die beiden Tiger darauf. Als du die Türe aufsperrst, wirst du schon von deinem Kater Schurli empfangen, der auf die Bank neben der Türe gesprungen ist, er und sein Bruder fordern durch lautstarkes Maunzen ihr Abendessen ein. Vor deiner Haustüre verabschiedest du dich von Bea, die ein paar Gassen weiter wohnt. Nach ein paar  Gläsern Wien brecht ihr auf und geht zu Fuß nach Hause. Leider kann  Beatrice morgen auch nicht kommen, da sie schon mit ihrem Bekannten verabredet ist. Natürlich berichtest du ihr stolz von deiner Vernissage. Beim Essen redet ihr über Beatrices neue Flamme   und eure erwachsenen Kinder. Dann gönnt ihr euch einen Vorspeisenteller als Grundlage für den Wein, den ihr noch zu trinken beabsichtigt.  Du bestellst  zunächst einen  Apfelsaft gespritzt und stürzt ihn fast auf einen Sitz hinunter, so durstig bist du.  Dort sitzt Beatrice schon vor einem Glas Wein. Abgehetzt kommst du im Lokal an, da du relativ lang auf die einzelnen Verkehrsmittel hast warten müssen.

 

Du holst  die Dauerkarte aus dem Portemonnaie, da diese beim Verlassen des Bades wieder über die Laserkennung gezogen werden muss.  Noch rasch ein Blick in den Spiegel und die Haare gekämmt, das Handy und den Schlüssel in der Handtasche verstaut und die Kabinentüre zugezogen. Den nassen Badeanzug hängst du über die Liege und das nasse Handtuch über den Kleiderbügel. Die Liege stellst du wieder mitsamt dem Rollgestell hinter die Türe und die Badetasche unter die Bank. Rasch wechselst du die Kleidung, da du schon etwas verspätet bist für die Verabredung mit Bea. Schwer beladen mit Tasche und Liege gehst du zur Kabine. Du verstaust die die Liege auf dem Transportroller und hängst dir die Badetasche über die Schulter. In das große Badetuch, das du von der Liege genommen hast,  gehüllt, klappst du diese  wieder zusammen, nachdem du Polster und Nackenrolle in die Badtasche gelegt hast. Nach zwei karenischen Kapiteln suchst du nochmals Abkühlung in den Fluten der Alten Donau. Genüsslich legst du dich auf die Liege, rückst Polster und Nackenrolle zurecht, bis sie eine optimale Kopfstütze bilden, dann  vertiefst du dich wieder in die Welt der Anna Karenina. In der Umkleide ziehst du den nassen Badeanzug aus  und einen trockenen an. Du rufst deine  Freundin Beatrice an und verabredest dich mit ihr. Als  du zu deiner Liege zurück gehst, bekommst du Lust am Abend noch etwas trinken zu gehen. Danach begibst du dich  zur Abkühlung ins Wasser und schwimmst einige Runden. Du legst einen Polster und eine Nackenrolle auf die Liege, sie dienen dir als Kopfstütze.  Du hebst die Liege herunter, stellst sie auf, breitest das orange Handtuch darauf und fixierst es mit einer Haarklemme. Du suchst dir, beladen mit Badetasche und Liege,  wie geplant einen Platz  unter den Pappeln, wo  es wirklich relativ ruhig und kühl ist. Als du dich vergewissert hast, dass sich der Schlüssel in der Badetasche befindet, schließt du die Kabinentüre und begibst dich ins Freie. Dann hievst du die Liege auf das Rollgestell und befestigst sie mit Gummischnüren darauf, dass sie nicht abrutschen kann, wenn du sie hinterher ziehst. Rasch verteilst du Sonnencreme auf deinem Körper und legst das Badetuch, das zum Trockenen aufgehängt ist, in deine Tasche, die du vor der Türe deponierst. In der Kabine kleidest du dich um, verstaust deine Handtasche auf der Bank und die Straßenkleidung auf dem Kleiderbügel.

 

Auf dem Weg zur Kabine benützt du rasch die Toilette, um dich von dem während der Fahrt langsam aufgestauten Druck auf deine Blase zu befreien. Im kühlen Baumschatten verstaust du die Dauerkarte wieder und holst den Kabinenschlüssel hervor. Bei der Kassa angekommen kramst du die Dauerkarte aus deinem Portemonnaie und ziehst du sie über die Laserkennung - das Drehkreuz öffnet sich.  Der Weg von der Station der U1 zum Bundesbad Alte Donau erscheint dir in der Hitze endlos weit. Auch die Wartezeiten auf das jeweilige Verkehrsmittel gestalten sich dank Tolstoi kurzweilig.  Um 15 Uhr machst du dich fertig für deine Fahrt ins Bad, auf der du dich in Tolstois „Anna Karenina“ vertiefst. Nach dem Anruf beschließt du, erst später ins Bad zu fahren, und lässt dich wieder auf die Liege zurücksinken, döst vor dich hin und beantwortest noch einige SMS. Außerdem meint deine Freundin Ernestine, dass im Bad, wo ihr eine gemeinsame Kabine habt, die Hölle los sei und du dich am besten unter die Pappeln legen solltest, wenn du  heute noch ins Bad fahren wollest, sie jedenfalls gehe jetzt heim. Sie sagt dir auch, dass sie morgen leider nicht zu deiner Vernissage kommen könne, da sie  schon etwas Anderes vorhabe. Etwas später meldet sich Ernestine auf deine SMS hin.  Viele bedauern, dass sie morgen nicht zur Vernissage kommen können, andere sagen zu, was dich besonders freut. Nach der Reihe trudeln die Antworten auf deine SMS ein, die dich immer wieder hochschrecken lassen, wenn du gerade am Einnicken bist. Angenehm müde und zufrieden legst du dich auf dem Balkon in eine Liege und döst in der der Hitze vor dich hin. Du selbst isst Reissalat vom gestrigen Tag, der sehr erfrischend ist. Daheim angekommen musst du zunächst deine Katzen mit dem lautstark von ihnen eingeforderten Fressen versorgen.

 

Da kommt dir die Idee, an alle deine Freunde  eine SMS zu schicken und sie zur morgigen  Vernissage deiner ersten Gemeinschaftsausstellung einzuladen.  Sofort rufst du deinen Freund, den ach so großen Maler, an und erzählst ihm in allen Details von deinem Gespräch mit dem Galeristen. Du verlässt die Galerie mit dem Hinweis, dass du morgen zur Vernissagen kommen wirst. Und so verbrüderst du dich mit dem Galeristen und auch gleich mit der „schönen Frau“, mit der du einige Worte wechselst. Da du nun fertig bist mit dem Herrichten deiner Werke, gibst  du die nicht ausgewählten Fotografiken in die Mappe zurück und verabschiedest dich von dem Galeristen, der freundlich meint: „Wir sind hier alle miteinander per Du.“ Währenddessen betritt eine weitere Künstlerin, die der Galerist als „schöne Frau“ tituliert, mit ihren Werken die Galerie. Auf Anregung des Galeristen putzt du das Glas der gerahmten Bilder, wozu du dich im Chaos des hinteren Raums auf die Suche nach Küchentüchern und Glasputzmittel machen musst. Du bringst die Bilder zum Hängen in den Ausstellungsraum. Schnell verlässt du die Toilette und stellst die Schachteln, die die Treppe zum Ausgang der Galerie versperrt haben, wieder auf ihren Platz.  Da der Druck auf deine Blase immer stärker wird, musst du auf dem Weg zur Toilette die Galerie durch den Hintereingang verlassen, der durch Gerümpel auf der Treppe, durch das du dich mühsam hindurch kämpfen musst, fast ganz verstellt ist. Gemeinsam beratschlagen der Galerist und ein weiterer Künstler, der vorhin gekommen ist, um bei der Vorbereitung der Ausstellung zu helfen, wie die Bilder am besten zur Geltung kommen können. Dann beginnt die langwierige Prozedur des Einrahmens noch durch die Tatsache erschwert, dass du dabei auf dem Boden knien musst, da der einzige Tisch in der Galerie vollgeräumt ist. Nach einigem Überlegen nimmst du du zwei Aktbilder und zwei kritische Blätter aus der Mappe, als Preis gibst du für jedes Werk 400€ an. Nun musst du dich entschieden, welche  deiner Werke in deiner ersten Ausstellung zu sehen sin sollen. Du erwiderst ihm, dass die Fotografiken nicht gerahmt sind,  doch er sucht dir vier Rahmen heraus und gibt dir A3-Blätter und doppelseitiges Klebeband zum Fixieren der Bilder auf den weißen Bögen. Nach längerem Durchblättern deiner Mappe sagt er zu dir: „Suchen Sie mir vier Fotografiken heraus, ich nehme sie in die nächste Ausstellung, die Vernissage ist morgen.“  Der Galerist steht vorne beim Eingang seiner Ausstellungsräume und begrüßt dich freundlich. Deine Aufregung steigert sich immer mehr, je näher du der Galerie – dem Ziel deiner Wünsche – kommst.

Natürlich wählst du die schattige Seite der Straße, da die Temperatur mittlerweile auf gefühlte 32° oder mehr angestiegen ist. Dann machst du dich auf den Weg zur Haltestelle der Linie 9, mit der du bis zur Kreuzgasse fährst, von dort gehst du zu Fuß zur Galerie. Du schnappst dir die Mappe mit deinen Fotografiken, die du gestern in dreistündiger Arbeit in eine einheitliche Form gebracht hast, obwohl dein Freund, der ach so große Maler, gemeint hat, dass man zu einem Galeristen  immer ohne seine Werke gehe. Aber du hörst nicht auf ihn, sondern auf dein Bauchgefühl, das dir das Gegenteil rät. Im Bad trägst du etwas Make-up auf und frisierst deine Haare zu der strengen spanischen Frisur, um dir einen geheimnisvollen Touch zu geben. Da dir wird auf einmal klar, dass du nun dabei bist, deinen Traum von einer Künstlerkarriere zu leben.

Besucher Heute Besucher Gestern Besucher Gesamt Besucher Online

also

wieder

ein gedicht

oder nicht

oder doch

ein loch

© Waltraud Zechmeister

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Wieder Angela (Mittwoch, 25 Mai 2016 07:43)

    Herzlichen Glückwunsch!
    Freu mich schon, wenn ich die Gelegenheit habe in "Venuskristallen" zu schmöckern.

  • #2

    Petra Thalmann-Hertting (Dienstag, 18 Oktober 2016 16:25)

    Liebe Waltraud!
    Gestern Abend habe ich die Venuskristalle bei Dir erworben - heute hab ich es schon ausgelesen und finde es ganz wunderbar originell. Vielen Dank!!