Waltraud Zechmeister

Geboren am 9. Mai 1958 in Wien, Österreich

 

Bildung

1976–1980: Studium der Germanistik und Romanistik für das Lehramt

Berufliche Laufbahn

1985–2020: Lehrtätigkeit am BORG 1 in Wien

Künstlerischer Werdegang

 

Die Dichtung begleitet Waltraud Zechmeister seit ihrer Jugend. Bereits 1975 entstanden ihre ersten Gedichte, die den Beginn einer bis heute andauernden intensiven Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur markieren. Während des Studiums der Germanistik entstanden fortlaufend lyrische Texte und Prosaarbeiten. Auch während ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Lehrerin am BORG 1 blieb das Schreiben ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Die Beschäftigung mit Literatur, die Begegnungen mit jungen Menschen und die Reflexion gesellschaftlicher Entwicklungen fanden immer wieder Eingang in ihre Gedichte und Prosatexte.

 

Ein weiterer wichtiger Abschnitt ihrer künstlerischen Entwicklung begann 1998 mit der Hinwendung zur Malerei. Ausgelöst wurde dieser Schritt durch eine Ausbildung in Kunsttherapie, die neue Zugänge zu kreativen Ausdrucksformen eröffnete. Ergänzt wurde diese Auseinandersetzung durch Malkurse in Wien sowie auf der griechischen Insel Zakynthos. In ihren frühen bildnerischen Arbeiten experimentierte sie mit unterschiedlichen Farbtechniken und integrierte Gegenstände in ihre Werke, stets auf der Suche nach einem individuellen Ausdruck.

 

In weiterer Folge entwickelte sie eine eigenständige Form der Fotografik, bei der fotografische Aufnahmen grafisch verfremdet und durch handschriftlich eingefügte Texte ergänzt werden. Durch die Verbindung von Bild und Sprache entsteht eine besondere Ausdrucksform, die ihre beiden zentralen künstlerischen Bereiche miteinander verknüpft.

 

Eine weitere Werkphase ist geprägt von gegenständlichen Darstellungen, insbesondere von Tiermotiven in naturalistischen und surrealen Kompositionen. Die surrealen Arbeiten schöpfen aus der Inspirationsquelle ihrer Gedichte und Metaphern. Figuren, Tiere und Pflanzen werden in harmonischen Bildwelten miteinander verbunden und eröffnen poetische Interpretationsräume.

 

Später erfolgte die Rückkehr zur Abstraktion. Diese Phase zeichnet sich durch intensive Farbigkeit, zweidimensionale Strukturen und eine besondere Faszination für Dachlandschaften aus, die als Ausgangspunkt für abstrakte Bildkompositionen dienen.

 

Seit 2010 veröffentlicht Waltraud Zechmeister regelmäßig Texte in Literaturzeitschriften. Parallel dazu präsentiert sie ihre bildnerischen Arbeiten in Ausstellungen und pflegt eine intensive Vernetzung innerhalb der Kunstszene. Literatur, Malerei und Fotografik stehen dabei in einem kontinuierlichen Dialog und ergänzen einander zu einem vielschichtigen künstlerischen Gesamtwerk.

 

Lebenssituation

 

 

Waltraud Zechmeister lebt in Wien und widmet sich neben ihrem bildnerischen Schaffen weiterhin intensiv der Dichtung. Ihre künstlerische Arbeit ist geprägt von der Verbindung unterschiedlicher Ausdrucksformen und von dem Bestreben, innere und äußere Wirklichkeiten in Sprache und Bild erfahrbar zu machen.

Wie ein Schlittschuhläufer

gleitet der Pinsel

über die Leinwand, 

dreht seine Pirouetten, 

zieht seine Kreise. 

 

Hin und wieder hält er inne,

schaut sich ein wenig um

und nimmt bedächtig Farbe auf.